LUGAS-Limit verstehen: 1.000 € im Monat
Von Leon Vogt, Payments-Experte · 8. September 2026
16 Bundesländer, eine gemeinsame Behörde, ein Staatsvertrag: Mit der GGL und dem GlüStV 2021 ist ein Rahmen entstanden, innerhalb dessen Anbieter wie Kokoshka55 operieren. Wie dieser Rahmen konkret aussieht, erschließt sich meist erst bei genauerem Hinsehen auf Limits, Lizenznummern und technische Vorgaben.
Whitelist: So prüfen Sie einen Anbieter
Ob ein Anbieter in Deutschland über eine gültige Lizenz verfügt, lässt sich über das öffentlich einsehbare Verzeichnis der GGL prüfen. Diese sogenannte Whitelist listet alle Unternehmen auf, die eine Erlaubnis für Sportwetten, virtuelle Automatenspiele oder Online-Poker besitzen.
Spieler können dort den Namen des Anbieters oder der Marke eingeben und erhalten Auskunft, ob und für welche Spielform eine Lizenz besteht. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist das GGL-Logo, das lizenzierte Seiten üblicherweise im Footer einblenden, sowie ein vollständiges Impressum mit Angabe der Lizenznummer.
Fehlt ein Eintrag in der Liste oder lässt sich die angegebene Lizenznummer nicht zuordnen, handelt es sich nicht um einen in Deutschland zugelassenen Anbieter. Die Prüfung dauert nur wenige Minuten und ist ein zuverlässiger Weg, Angaben auf einer Webseite unabhängig zu prüfen, statt sich allein auf Werbeaussagen oder Gütesiegel Dritter zu verlassen.
IP-Sperren: Wie die GGL Zugriffe blockiert
Neben Zahlungsblockaden nutzt die GGL auch IP-Sperren als Instrument gegen Anbieter ohne deutsche Lizenz. Dabei werden Internetanbieter angewiesen, den Zugriff auf bestimmte Domains oder Server-Adressen für Nutzer in Deutschland technisch zu unterbinden.
In der Praxis führt das dazu, dass eine betroffene Webseite von deutschen Internetanschlüssen aus nicht mehr oder nur eingeschränkt erreichbar ist, während sie von anderen Ländern aus weiterhin normal funktioniert. Diese Maßnahme betrifft in erster Linie besonders auffällige oder wiederholt beanstandete Anbieter und wird nicht flächendeckend gegen jede ausländische Glücksspielseite eingesetzt.
Technisch versierte Nutzer können solche Sperren mitunter über Umwege umgehen, was die Wirksamkeit der Maßnahme begrenzt und in der Fachdiskussion regelmäßig thematisiert wird. IP-Sperren sind damit ein Baustein unter mehreren, die zusammen mit Zahlungsblockaden und der öffentlichen Warnliste nicht lizenzierte Angebote für den deutschen Markt weniger attraktiv machen sollen.
LUGAS-Limit erhöhen: Der Antragsweg
Das monatliche LUGAS-Limit von 1.000 € lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen anheben, allerdings nicht formlos per Klick. Spieler, die eine Erhöhung wünschen, müssen bei ihrem Anbieter einen Antrag stellen und dabei in der Regel Angaben zu ihrer finanziellen Situation machen, etwa zu Einkommen oder verfügbarem Vermögen.
Der Anbieter prüft diese Angaben und kann die Erhöhung gewähren, ablehnen oder zusätzliche Nachweise verlangen. Eine gesetzlich fixierte Obergrenze für eine solche individuelle Anhebung gibt es nicht; wie hoch das neue Limit ausfallen kann, hängt von der Prüfung des Anbieters und der Höhe der nachgewiesenen finanziellen Mittel ab.
Wichtig ist, dass eine Erhöhung nicht automatisch erfolgt und der Prozess bewusst mit Hürden versehen ist, um impulsive Entscheidungen zu erschweren. Wer das Limit stattdessen senken möchte, kann dies in der Regel unkompliziert und ohne Wartezeit veranlassen, während Erhöhungen bewusst zeitverzögert wirken.
Anjouan und andere Offshore-Lizenzen
Neben Curaçao treten am Markt auch Lizenzen aus anderen Regionen auf, etwa von der Autonomen Insel Anjouan, die zu den Komoren gehört. Solche Lizenzen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: Eine lokale Behörde erteilt eine Genehmigung, die in erster Linie für den jeweiligen Rechtsraum gedacht ist.
In der Praxis unterscheiden sich diese Lizenzsysteme oft in Umfang und Strenge der Prüfung von Anbietern erheblich voneinander, mit weniger detaillierten Vorgaben und geringeren Anforderungen an Transparenz als etablierte Stellen sie verlangen. Für Verbraucher lässt sich von außen schwer beurteilen, wie intensiv eine bestimmte Offshore-Behörde ihre Lizenznehmer kontrolliert.
Wer bei einem solchen Anbieter dennoch aktiv werden möchte, kann zumindest prüfen, ob die angegebene Lizenznummer auf der Webseite der Behörde öffentlich nachschlagbar ist und ob ein Impressum mit nachvollziehbarem Firmensitz vorhanden ist – ein Mindestmaß an Transparenz, das nicht jede Offshore-Lizenz bietet.
Warum es bei Slot-Lizenzen kein Live-Casino gibt
Anbieter, die in Deutschland eine Lizenz für virtuelle Automatenspiele halten, dürfen unter derselben Erlaubnis kein Live-Casino betreiben. Live-Tische mit echten Croupiers für Roulette, Blackjack oder Baccarat fallen nicht unter die im GlüStV 2021 vorgesehenen erlaubten Online-Spielformen und sind für lizenzierte Betreiber schlicht nicht zugelassen.
Der Gesetzgeber hat sich bewusst für eine engere Definition entschieden: Erlaubt sind Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Lotterien, während klassische Tischspiele mit Live-Übertragung außen vor bleiben. Ein Grund, der in Fachdiskussionen häufig genannt wird, ist die schwierigere technische Kontrollierbarkeit von Live-Formaten im Vergleich zu vollständig serverseitig gesteuerten Automatenspielen, etwa bei der Durchsetzung von Limits in Echtzeit.
Wer auf einer deutschen Lizenz-Plattform nach Live-Roulette oder Live-Blackjack sucht, wird es dort grundsätzlich nicht finden, während dieselben Spiele bei Anbietern mit ausländischer Lizenz oft zentraler Bestandteil des Angebots sind.
Die Steuer auf Automatenspiele und der RTP
Auf Einsätze bei virtuellen Automatenspielen erhebt der deutsche Staat eine Sondersteuer von 5,3 Prozent, die unabhängig davon anfällt, ob ein Spieler gewinnt oder verliert. Diese Einsatzsteuer unterscheidet sich grundlegend von einer klassischen Gewinnsteuer, weil sie bereits bei jeder platzierten Wette berechnet wird und direkt in die Kalkulation der Anbieter einfließt.
In der Fachöffentlichkeit wird häufig diskutiert, dass diese Steuerlast einen Einfluss auf die Rückzahlungsquote, den sogenannten RTP (Return to Player), haben kann: Da die Steuer die Marge der Anbieter unmittelbar belastet, könnte sie einen Anreiz schaffen, die Auszahlungsquote einzelner Slot-Titel im lizenzierten Segment gegenüber Versionen auf unregulierten Plattformen anzupassen.
Wie stark sich das im konkreten RTP eines bestimmten Spiels niederschlägt, hängt vom jeweiligen Hersteller und Titel ab und lässt sich nicht pauschal für den gesamten Markt beziffern. Die Steuer selbst ist im Glücksspielstaatsvertrag verankert und fließt an die Bundesländer.
Erst ab 18 Jahren ist die Teilnahme an Glücksspiel gesetzlich erlaubt, und diese Grenze wird bei lizenzierten Anbietern konsequent durch Ausweisprüfung durchgesetzt. Wer Unterstützung im Umgang mit dem eigenen Spielverhalten sucht, findet bei der BZgA neutrale Aufklärung und Kontakt zu Beratungsstellen. Spielen sollte stets Unterhaltung bleiben, nicht Mittel zum finanziellen Ausgleich.